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Marieluise Ritter (einer gewissen Altersstufe bekannter unter dem Namen ''Frau Wulle'') stammt aus Frankfurt am Main und wohnt nach Unterbrechungen (Südfrankreich und ein Nest im Taunus) immer noch freiwillig daselbst. Nach dem Studium (Musikpädagogik, Erziehungswissenschaften) private Schauspiel- und Gesangsausbildung, während das tägliche Brot im staatlichen Schuldienst erworben wurde. Es folgte die Gründung des frankfurter figurentheaters im Rothschildpalais, das nach und nach zu einem fünfköpfigen Ensemble wuchs.

Auf Anregung von Theaterbesuchern entstand 1976 ''musik für fans'', die erste LP mit Musik aus den eigenen Theaterstücken, danach jedes Jahr eine weitere Hörspiel- oder Liederproduktion. Daraus hervorgehend 1985 Gründung und Leitung des Nashorn-Verlags, später umbenannt in ''edition frankfurter figurentheater''.

1980 bis 82 auch Produktion von drei eigenen Kindern. Das Ende des festen Theaters kam 1985 durch den Umbau des Rothschildpalais zum Jüdischen Museum und die Unfähigkeit der Kulturbehörde, neue adäquate Räume bereit zu stellen. Aus heutiger Sicht dankenswert, weil dieser Umstand zum Weiterentwickeln brach liegender Talente zwang.

Seitdem freie Schauspielerin, Autorin und Theaterregisseurin. Inzwischen existieren zahlreiche Liederproduktionen und Hörspiele für Kinder. Für Erwachsene gibt es eine CD mit Chansons, Hörbücher, einen Märchenerzählband und einen Krimi.

Leute, von denen Marieluise Ritter viel lernen durfte: Werner Knoedgen, Friedrich Arndt, Frieder Anders, John Blundall, Peter Röders, Gunter Eberhard.

Neugierig, was aus den jungen Rittern geworden ist?

Florian    |     Saskia    |     Leonard

Kinder, Kinder, Kindertheater!

Medienüberflutung und kulturelle Fast-Food-Gewohnheiten nehmen rasant zu. Kinder sitzen allein gelassen vor den Bildschirmen, und die verzweifelte Anstrengung, begreifen zu wollen, macht sie süchtig - nach immer mehr. Wer Qualität nicht kennt, strebt nach Quantität. Theater ist betreute Wahrnehmung. Es hilft, Kind zu bleiben und Geschichten ohne Filmschnitt-Verwirrungen zu erleben. Theater sollte nicht gigantomanische Verlagerung von Film und Fernsehen auf die Bühne sein, sondern etwas ganz anderes: dramatisches Erzählen von Mensch zu Mensch. Es sollte auf Anteilnahme und Begreifen setzen, in erster Linie aus Spannungselementen von Sprache und Mimik leben. Kindertheater verfehlt seine Möglichkeiten, wenn es aus künstlerischem Unverstand oder kommerzieller Habgier auf anbiedernde platte Action und Phantasie erschlagende Ausstattung setzt. Kindliche Imagination braucht keinen Ausstattungswahn und keine plumpen Gauklertricks. Aber gerade Kinder haben das Recht auf handwerkliches Können. Nur die besten Schauspieler sind für Kinder gut genug. Junge Theaterbesucher müssen wie im echten Leben als lebendige und starke Partner ernst genommen werden. Daraus entsteht eine gewisse Anarchie, die man nur mit Phantasie+Liebe=Humor zu einem glücklichen Ende bringen kann.

Unsere Inszenierungen im Laufe der Zeit

(alle Stücke und Inszenierungen von Marieluise Ritter, wenn nichts anderes vermerkt. Die Reihenfolge ist nicht hundertprozentig richtig, wir bitten um Nachsicht.)

  1. Das fremde Tier (Co-Autor: Werner Knoedgen)
  2. Das große Ding (Krimi-Groteske für Erwachsene von Werner Knoedgen)
  3. Die Kinderverhaumaschine
  4. Tiere im Winter (Co-Autor: Werner Knoedgen)
  5. Wie heißt das Zebra?
  6. Plummi ist doof (Inszenierung: Michael Deckner)
  7. Wulle, eine Erpelgeschichte (Inszenierung: Friedrich Arndt)
  8. Moppelchen Max
  9. Mausi Maus
  10. Waschbär-Dreckbär (hieß später 'Hau ab, du Stinker', Inszenierung: Friedrich Arndt)
  11. Der kugelrunde Hund (Inszenierung: Anna Traptschewa)
  12. Trampolin Pinguin (Inszenierung: Friedrich Arndt)
  13. Bommel, Hand & Co (Inszenierung: John Blundall)
  14. Bolzer pummelt und Pummel bolzt (Text und Inszenierung: Michael Deckner)
  15. Bobble, Hand & Company
  16. Pompon, Main & Cie
  17. Na du? (Ko-Produktion mit dem Fabula-Theater, Inszenierung: Michael Deckner)
  18. Emanzi-Passion (Kabarett für Erwachsene)
  19. Ein Frosch lernt fressen (Autor: Hansgeorg Mahler)
  20. Ab in die Pfütze (Autor: Hansgeorg Mahler)
  21. Das Zebra-Mitspielspiel (Inszenierung: Frieder Anders)
  22. Haste Töne? (Mimenspiel für Erwachsene, Inszenierung: Frieder Anders)
  23. Geh zum Teufel! (Jugendstück, Inszenierung: Frieder Anders)
  24. Oh, du honiggelbe Frieda! (Mitmachkonzert)
  25. Theophil, das Krokodil
  26. Bommel, Bimmel, Bammel
  27. Das hässliche Ferkel
  28. Habt Geduld mit Monstern!
  29. Wulle ganz groß in Fahrt
  30. Flieg zum Regenbogen
  31. Das Kritzelfest in Kleckerhausen
  32. Coin-Coin voyage loin de son coin
  33. Das Monster will König sein
  34. Witz und Wetz, die wilden Watze (Co-Autor: Stefan Reusch, Inszenierung: Peter Schlapp)
  35. Theophil, das Krokodil (Neuinszenierung)
  36. Die 13. Fee (Märchen für Erwachsene)
  37. Der unverfrorene Weihnachtsbaum (Gemeinschaftsarbeit mit Claudia Korf)
  38. Dubidu im Schuh (Inszenierung: Sylvianne Kloepfer)
  39. Ulli Schnullis Wünschelschnute
  40. Der Ritter Florian
  41. Sei mein, Frosch! (Märchen für Erwachsene, Inszenierung: Gunter Eberhard)
  42. Das hässliche Ferkel (Neuinszenierung)
  43. Hau ab, du Stinker (Neuinszenierung)
  44. Teufelsweiber (Märchen für Erwachsene)
  45. Pimpinella Pomposa
  46. Rotkäppchen und der kleine Schweinehund
  47. Schwein allein
  48. Ein Fäustchen ist noch keine Hand
  49. Rotkäppchen und der kleine Schweinehund/Neuinszenierung
  50. Sei ein faules Ai !
  51. Die verrückte Karotte
  52. Die Mäusebescherung
  53. Hau ab, du Stinker (Wiederaufnahme der Original-Inszenierung)
  54. Konrads Höhlenreise
  55. Aladin wundert sich (Inszeneriung: Aurelia Vowinckel)

Erfolgreiche Leute, die im frankfurter figurentheater ausgebildet wurden:
Hansgeorg Oskar Mahler, Claudia Korf, Manfred Roth, Stefan Reusch, Elke Mai-Schröder, Ulrike Rosenkranz.